Interview mit Martin Eckstein, Lumics GmbH
Guten Morgen, Martin! Wie kam es zu deiner Liebe zu Lasern?
Das war Zufall: auf einem Erasmus-Austausch in Schottland bin ich bei einem Laser-Forschungsprojekt gelandet, weil diese Arbeitsgruppe so sympathisch wirkte. Die hatten MacBooks! Und da dachte ich, krass, wenn die mit einem MacBook Physik machen, dann kann das nicht so komplex sein. Ich bin im Ausland, ich will was machen, was Spaß macht.
Klingt wie eine gesunde Einstellung. Aber sag doch mal in deinen Worten, wie das Projekt mit Ambrosys zustande kam und was die Herausforderung war?
Bei uns in der Produktion fallen sehr, sehr viele Daten an. Logistik, Messen, Produktion steuern, ERP-Systeme - seit 20 Jahren werden da Daten aufgenommen. Wir bauen > 50.000 Dioden im Jahr auf, die alle einzeln vermessen und in Datenbanken geschrieben werden. Und um das zu managen, ist über die Jahrzehnte ein Geflecht aus gekaufter und selbst dazuprogrammierter Software gewachsen. Viele Entwickler haben beigetragen und weiterentwickelt und haben mit der Zeit einen Riesenberg an Zeugs zusammengefummelt.
Deiner Körpersprache zufolge gefällt Dir dieser Zustand nicht
Nun. Eigentlich ist es beeindruckend; es funktioniert auch gut. Es ist aber dadurch zum Problem geworden, dass bedingt durch die natürliche Fluktuation und den Weggang von Mitarbeitern das System irgendwann nicht mehr zu überschauen war. Und wenn jetzt schon keiner mehr durchblickt, wie soll das klappen, wenn wir weiter wachsen? Deswegen war ich auf der Suche nach Unterstützung, wie wir unsere Softwareentwicklung so professionalisieren, dass sie zukunftsfähig ist. Und dass wir nicht die Fehler der Vergangenheit machen: statt Mischmasch eine gewisse Struktur, so dass es revisionierbar ist. Wenn ein Neuer kommt und daran rumprobieren will, soll er nicht gleich die ganze Firma lahmlegen, wenn er einen falschen Klick macht. Und idealerweise auch, dass wir mit Externen besser kooperieren können. Dass wir Repositories haben, und eine externe Firma kommen und einen Teil an die Softwarelandschaft dranprogrammieren kann. Im alten Zustand wäre es so gewesen, dass die externe Firma sagt: "Ach du meine Güte. Wir verstehen euer ganzes System nicht. Wenn ich irgendwo ein Steinchen anfasse, dann fällt irgendwo hinten was runter. Wie sollen wir Euch da helfen?” Man musste also die Softwarelandschaft in Bereiche unterteilen und Schnittstellen einbauen.
Das heißt, Du wolltest eine große, gründliche Lösung? Wie bist du auf Ambrosys gestoßen?
Ich habe ständig Leuten von unseren Schwierigkeiten erzählt. Und die haben mir dann Markus Abel von Ambrosys empfohlen.
Und was war denn Markus' Antwort, als du ihm eure Situation beschrieben hast?
Die Markus-Antwort war natürlich, dass er sagt "klar, können wir alles." Das gemeinsame Verständnis davon, wie Ambrosys uns unterstützen kann, hat aber schon so ein bisschen gedauert. Sie arbeiten normalerweise streng in diesen Sprints. Für einen Sprint sind 10.000 € weg, für einen Junior und einen Entwickler. Man muss vorher richtig gut definieren, was die machen. Man kann dann noch ein, zwei Mal zwischendurch überprüfen, was da rauskommt. Und dann zack, geht der Sprint vorbei und am Ende kriegt man ein Resultat, nämlich eine richtig laufende Software. Wenn ich mich richtig konzentriere, schaffe ich es, so gut zu definieren, was ich will, dass ich möglichst wenig Sprints verballere.
Für Euch fühlen sich Entwicklungssprints an wie Feststoffbooster, die schnell wegbrennen. Du zündest sie, kannst sie dann nicht mehr steuern, kriegst einen Riesen-Schub, weißt aber nicht, in welche Richtung. Kann man das so sagen?
Ja, so ungefähr. Das ist natürlich sehr effizient, wenn man ein Ergebnis haben will, weil richtig viele Leute dahinter sind, viel Power, viel Know-how. Wenn ich Toll Collect bin, zu Ambrosys gehe und sage, ich vertraue euch, ihr bekommt eine gute Auftragsklärung und dann macht ihr das für uns, dann ist diese Sprinttechnik supergut. Dann werden sie in Ruhe gelassen und kommen mit dem Ergebnis zurück. Aber wir sind kein Konzern, sondern ein mittelständisches Unternehmen, das sich extrem schnell auf Feedback vom Markt einstellen muss. Das heißt, wir sind eine „Bastelbude“, im positiven Sinne. Wir machen alles klein und iterativ. Hier kann man nach einer Woche kommen und sagen: Ey, mir ist aufgefallen, der Knopf, da muss was anderes passieren, und hier brauche ich noch eine andere Ansicht.
Ich finde das gerade sehr interessant, was du sagst. Aus Sicht eines großen IT-Projektes sind diese Sprints ja genau die kleinen Schritte, mit denen man iterativ und agil arbeiten kann.
Klar, das ist halt wie ein sehr starker Booster, wie du gesagt hast. Wenn die erstmal losgelassen sind, dann kommt da sehr schnell sehr viel bei rum. Aber das ist einen Tick zu groß für uns.
Aber Ambrosys hat sich auf die “Bastelbude” eingelassen. Oder nicht?
Ja, das haben sie auch. Sie haben ja Lust, etwas mit uns zu machen. Und wir haben schon sehr viele Sachen von Ambrosys gelernt, weil uns einfach jemand vorlebt, wie man es richtig macht.
Ambrosys bietet Coaching an, aber auch die Entwicklung von Komponenten oder Anwendungen. Was können sie denn besser? Coachen oder selbst entwickeln?
Sie können besser selbst entwickeln – das ist mein Eindruck – weil sie die Erfahrung haben. Sie kriegen natürlich die Krise, wenn sie unser Niveau sehen.
Was ist denn jetzt gerade der Stand? Habt ihr schon eine Stufe erreicht, wo du mal Bilanz ziehen kannst?
Das Erreichen der ersten großen Stufe hing erst mal an etwas Anderem. Wir probieren, möglichst viel in Python zu schreiben, weil die neuen Leute, die aus der Uni kommen, alle Python können. Nun brauchten wir ein Web-Framework, um das Ganze im Browser laufen zu lassen, und dafür wiederum einen Webserver
Wie fühlt es sich an, mit Ambrosys zu arbeiten?
Wie fühlt sich das an? Man fühlt sich da verstanden. Die probieren wirklich, sich auf uns einzulassen. Es ist sehr positiv, dass sie auch probieren, sich unseren Bedürfnissen anzupassen. Dass wir mehr Coaching brauchen und einen kleinteiligeren Zeitplan.
Aus deinem Verständnis heraus, wofür, für wen oder für welchen Einsatz würdest du Ambrosys empfehlen?
Sie sind ein guter Partner für Firmen, die ihre Softwareentwicklung outsourcen wollen und schnell sehr sichere, sehr DSGVO-konforme Lösungen brauchen. Für Behörden, oder irgendwen, der wirklich kritische Prozesse in der Infrastruktur hat und eine zukunftssichere Software braucht, die es so nicht auf dem Markt gibt. Dafür wirken Sie wie der richtige Partner, also für High End-Prozesse, Datenanalyse und Sicherheit. Wo jemand sagt, ich gebe jetzt mal die Verantwortung ganz ab.
Das waren viele interessante Antworten mit vielen Perspektiven, die für mich neu waren. Ich wünsch dir einen erfolgreichen Tag und herzlichen Dank für deine Hilfe.
Ja, dann dir viel Glück! Ciao.