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Einen Partner zu haben, der das wirklich gut kann, der weiß, was er tut, und der uns zudem eine andere Perspektive bieten kann, hat uns am Ende sehr geholfen.

Interview mit Thomas Kiwus, enercity AG

Hallo Thomas. Es ist genau andersrum als im Fernsehkrimi: Nichts von dem, was du sagst, kann oder wird gegen dich verwendet werden. Du darfst alles sagen, was Du willst.

Okay, fein.

Was war damals die Herausforderung oder das Problem?

Als Ambrosys dazu kam, lief das Vorhaben schon circa ein Jahr. Mein Team und ich hatten mit unterschiedlichen Menschen an einem Geschäftsmodell gearbeitet. Und jetzt wollten wir dieses Geschäftsmodell mit einem strategischen Partner, der sich mit Datenmanagement, Data-Analytics, aber eben auch Klimamanagement auskennt, vertiefen: Wie kann dieses Geschäftsmodell aussehen, wie platzieren wir uns damit am Markt?

Kannst Du uns sagen, um welches Geschäftsmodell es ging?

Es ging um Klimaneutralitätsmanagement, aufbauend auf einem Energiemanagementsystem, als Service für KMUs.

Also: KMUs, die gerne klimaneutral werden wollen, aber nicht genau wissen, wie das geht, die können sich an enercity wenden. Eine Dienstleistung, die über die Energielieferung hinausgeht. Richtig?

Genau. Ich gehe mal rein: Das Energiemanagementsystem hatte enercity schon im Angebot. Das Klimamanagement wäre der nächste Schritt gewesen, das Draufsetzen einer Klimaneutralitätsstrategie für das Unternehmen, abgeleitet aus den Daten aus dem Energiemanagementsystem, kombiniert mit weiteren Daten, die gemäß des Greenhouse Gas Protokolls Scope zwei und drei noch mit hinzukommen mussten.

 

Was war der Grund, dass Ambrosys mit dazugeholt wurde?

Der Crosscheck für das Konzept „Klimamanagement auf Basis bzw. als Ad-On auf ein Energiemanagementsystem“ und die Validierung bzw. Adjustierung des Business Case und der relevanten Datenbasis.
Wir brauchten einen Partner, mit dem man das Ganze dann auch ausgestalten konnte. Ambrosys wäre der ideale Plattformbauer gewesen für die enercity, um im Dreieck mit dem Bereitsteller des Energiemanagementsystems und Emyze die Daten zusammenzubringen und auf einer intelligenten Plattform vernünftig für die Unternehmen auswertbar zu machen.

Emyze - das ist eine App, die habe ich auch auf dem Handy. Da gebe ich, je nach meinem Lifestyle, meine energierelevanten Daten ein, und die berechnen mir meinen Footprint. Ist das so richtig?

Genau. Die Idee war, die App auch dafür zu nutzen, dass von Mitarbeitern der Kundenunternehmen Daten eingespielt werden in dieses Klimaneutralitätsstrategiemodell, womit wir den Unternehmen dann wiederum relevante Daten zur Verfügung stellen können.

Ich frage nochmal nach: Warum gerade Ambrosys?

Wir haben die Ambrosys als wissenden, auch kreativen Partner kennengelernt – der Wissen mitbringt, was der enercity zu der Zeit fehlte. Wir hatten auch keine Ressourcen im eigenen Unternehmen zur Verfügung, um sowas aufzubauen. Ambrosys wäre ein guter strategischer Partner gewesen, auch vor dem Hintergrund, dass wir Stadtwerke, Städte und Kommunen als Kunden haben. Unser Energiemanagementsystem, das wir Stadtwerke bieten, sollte auch in Simulationen darstellen, wie sich die Stadt verändert, wenn wir in Gebäudesanierung investieren, in PV-Anlagen, in Großwärmepumpen, in whatever – also helfen, die Klimaneutralität einer Stadt zu berechnen.

Warum trautest Du Ambrosys diese Simulation zu?

Ambrosys hatte ja schon Vergleichsprojekte mit Storengy. Das hieß für uns, dass sich Ambrosys auch wirklich mit der Technik, mit Erneuerbaren und den entsprechenden Daten auskennt. Ich wusste von meiner Zeit bei Stromnetz Berlin, dass Ambrosys dort am Aufbau eines Asset Management Systems, eines Datenmodells für die vielen elektrischen Bauteile von Leitungen und Umspannwerken sozusagen, gearbeitet hat. Damit wir zukünftig besser tracken und bauen können. Von daher wusste ich: Das können die. Da ist die Basis da, die Kompetenz und das Wissen zum Aufbau solcher Plattformen. Und das Netzwerk auch.
Damals war auch die Frage: Gehen wir vielleicht in eine Kooperation mit einem Startup, das von vorn anfangen muss, oder mit einem großen Unternehmen, das in dem Gebiet schon einen weiten Weg gegangen ist? Beides wäre sehr teuer geworden.

Nun ging es aber erst mal nicht um den Aufbau von Plattformen, sondern ...

 … um ein Geschäftsmodell für die Plattformstrategie mit einem Business Model Canvas hinten dran.

Was für Voraussetzungen muss man mitbringen, um Euch, wenn man wie Ambrosys eigentlich aus der Technik kommt, Mehrwert bei Geschäftsmodellen zu liefern?

Man muss den Markt und die auf dem Markt gängigen Lösungen kennen, also die Plattformlösung und wie sie aufgebaut sind und natürlich auch: Was sind die relevanten Daten? Um dann mit Algorithmen das Ganze auch so weit zu automatisieren, dass die Unternehmen den großen Mehrwert sehen, nicht weiter ihre Excel-Lösung zu pflegen. Weil sie das an vielen Stellen noch machen.

Ja, oder mit Lochkarten.

Ich glaube, das machen sie nicht mehr. Excel-Lösungen sind schon der Worst Case. In den Kraftwerken sind, glaube ich, noch irgendwelche Papierbögen unterwegs, und am Ende wird alles in Excel eingetippert. Da gibt es heute viel, viel bessere Lösungen.

Wofür würdest du Ambrosys empfehlen, nach Deinem Wissen?

Für konzeptionelle Arbeit: also wie z.B. so ein Konzept aussehen könnte für eine Plattform, um Klimaneutralitätsberatung zu machen; welche Daten dort relevant sind. Als Partner aufzutreten in der Ausgestaltung eines Geschäftsmodells und einer Strategie. Um dann aber auch die Umsetzung zu übernehmen.

Vielen Dank, Thomas. Dir viel Erfolg bei Allem!

Ich danke dir. Ich hoffe, Du konntest so ein bisschen was rausnehmen. Mach's gut. Ciao.

 

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